Häufig gestellte Fragen zu RSIO
Wie steht es um das Multipathing mit RSIO?
Das Multipathing bei RSIO folgt vorrangig 3 Zielen: Verkürzung der Übertragungszeiten,
Skalierung des Durchsatzes und Steigerung der Verfügbarkeit.
Es ist implizit in der Software implementiert und funktioniert daher auch über
unterschiedliche Modelle von Netzwerkkarten hinweg. Der Administrator muß
lediglich die für RSIO zu nutzenden Interfaces angeben, im weiteren ist der
Multipath selbstkonfigurierend.
Daneben ist das Protokoll so designed, daß auch mehrere RSIO-Server parallel
genutzt werden können, womit sich die nutzbare Bandbreite nahezu beliebig
steigern läßt.
Was passiert, wenn der RSIO-Server ausfällt?
Das RSIO-Protokoll hat mehrere interessante Verfügbarkeitseigenschaften.
Es kann beispielsweise so konfiguriert werden, daß Sie auch ohne redundante
Auslegung der Infrastruktur den einzigen vorhandenen Switch austauschen,
auf Direktverkabelung o. ä. wechseln können, ohne daß Ihre Anwendung
I/O-Fehler erfährt. So läßt sich mit einer geeigneten Konfiguration auch ein
Reboot des Servers oder ein Failover des Servers auf andere Rechner ohne
I/O-Fehler überstehen.
Ein dauerhafter Ausfall der Serverfunktion wird - abhängig von der jeweiligen
Anwendung - natürlich zu Problemen führen, auch kann das Protokoll so konfiguriert
werden, daß nach Ablauf einer bestimmten Zeit ein Timeout generiert
wird.
Trotz der vorgenannten Recovery-Fähigkeiten empfiehlt sich also für höhere
Ansprüche eine redundante Auslegung der Server. In den Vorzugskonfigurationen
sind daher alle Komponenten zum Aufbau eines active/active-Failoverclusters
enthalten. Voraussichtlich wird in den nächsten Monaten auch der Parallel
betrieb von Servern mit implizitem Protokoll-Failover durch RSIO freigegeben.
Gibt es die Vorzugskonfigurationen auch in vollredundanten Auslegungen?
Die Vorzugskonfigurationen sollen bewährte Komponenten zu einem attraktiven Preis bereitstellen. Die vorgestellten Konfigurationen können jederzeit um weitere RSIO-Server und weitere RAID-Systeme erweitert werden. Damit sind auch standortübergreifende Konfigurationen z. B. für Disaster Recovery darstellbar. Die Skalierung ist explizites Designmerkmal des clusterfähigen I/O-Stacks. Für weitere Details sprechen Sie bitte mit uns.
Für welche Plattformen steht der RSIO-Client zur Verfügung?
OSL entwickelt und testet derzeit auf den Plattformen Solaris und Linux. Wie auf der Veranstaltung gezeigt, kommen in Verbindung mit Virtualisierungstechnologien wie KVM oder XEN auch Windows-Systeme und weitere Plattformen in den Genuß des Block-I/O über Ethernet.
Brauche ich für RSIO eine FCoE-Infrastruktur?
Nein. RSIO funktioniert heute prinzipiell auf allen IP-fähigen Schnittstellen,
auch auf 100Mbit-Ethernet. Wegen des guten Preis-Leistungsverhältnisses
erscheint für die meisten Anwendungsfälle eine konventionelle 1GBit-Infrastruktur
als besonders attraktiv. Höherwertige Netzwerke sind natürlich
auch verwendbar und bringen weitere Performancevorteile.
RSIO ist vom Design her nicht zwingend auf IP(TCP) angewiesen, so daß
zukünftig eine Unterstützung weiterer Übertragungstechniken möglich ist.
Gibt es den RSIO-Server auch für Linux?
RSIO kann enorm von der Integration mit den Clusterdiensten und der
Speichervirtualisierung des OSL Storage Clusters profitieren.
Im Mittelpunkt der Entwicklung steht also logischerweise das Maximum
an Funktionalität und Performance, das im Moment nur mit dem RSIO-Server
unter Solaris (Sparc oder x86) erreichbar ist.
Reduziert auf den Funktionsumfang von RSIO (das ist deutlich mehr, als
mit iSCSI möglich ist), kann OSL den RSIO-Server projektbezogen kurzfristig
auch für Linux zur Verfügung stellen. Auf dieser Infrastruktur wären dann
auch Linux-Cluster mit der OSL Storage Cluster ACO möglich. Sprechen Sie uns
bitte an, wenn Sie konkrete Vorhaben in dieser Richtung planen.
Für welche Plattformen wird der RSIO-Client supported?
OSL setzt kommerzielle Support-Prozesse für die Plattformen Solaris,
SLES und RHEL auf. Für weitere Linux-Plattformen kann der Support auf
Anfrage etabliert werden.
Losgelöst von Supportverträgen wird die Software entsprechend den
Möglichkeiten für weitere Plattformen wie z. B. OpenSuSE, Ubuntu oder
Debian bereitgestellt. Es sei für diese Plattformen darauf hingewiesen,
daß Linux u. a. keine stabilen Kernel-Interfaces hat. Für alle, die
längerfristig eine Software professionell nutzen und nicht selbst im I/O-Stack
programmieren wollen, ist daher ein geeignetes Maintenancekonzept unbedingt
anzuraten.
Kann ich RSIO auf meiner vorhandenen Hardware kostenlos ausprobieren?
Ja, Sie können den RSIO-Server in Verbindung mit dem OSL Storage Cluster (mdst. Base) auf vorhandener Hardware nutzen. Zu beachten ist lediglich, daß dafür die aktuelle Pilotversion des Storage-Clusters 4.0 benötigt wird. Mit Abschluß einer Pilotvereinbarung können Sie die Software für 3 Monate (ggf. auch länger) kostenlos evaluieren.
RSIO ist doch Software. Welchen Sinn haben die Vorzugskonfigurationen?
Wer nicht bereits OSL Storage Cluster (unter Solaris) nutzt, erhält mit
den Vorzugskonfigurationen zu einem deutlich niedrigerem Preis Zugriff
auf die RSIO-Technologie in Verbindung mit geeigneter Hardware.
Gerade Anwender, die - vielleicht unter Verzicht auf FC - ein Speichernetzwerk
aufbauen möchten oder im Rahmen eines neuen Projektes neue
Kapazitäten benötigen, werden davon profitieren. Erlaubt sei hier
noch einmal der Hinweis auf die enormen Kostensenkungen in der
Infrastruktur.
Brauche ich in den Vorzugskonfigurationen Solaris-KnowHow?
Das ist prinzipiell genauso wenig erforderlich, wie Sie für andere Speichersysteme BSD-KnowHow benötigen. Für bestimmte administrative Aufgaben ist es natürlich von Vorteil, wenn man weiß, wie man sich an einem Unix-System anmeldet und sich in einem Terminal bewegt.
Gibt es RSIO auch für ESX?
Wir bemühen uns um eine Genehmigung durch bzw. Vereinbarung mit VMWare.
Sobald diese vorliegt, werden wir eine Portierung beginnen.
Daneben bietet die Unterstützung von KVM und XEN eine vom Preis-Leistungsverhältnis
und von der Zukunftssicherheit her sehr überzeugende Alternative.
In Verbindung mit dem OSL Storage Cluster gibt es auch ein attraktives
Management-Framework. Das Einsatzspektrum der Storage-Server in den Vorzugskonfigurationen kann bei
Bedarf außerdem durch iSCSI erweitert werden.
Kann ich RSIO auch für Windows nutzen?
Ja. Allerdings im Moment nur, wenn Windows in einer virtuellen Maschine
läuft, die durch eine nativ unterstützte Plattform gehostet wird (z. B.
Linux oder Solaris). Diese Host-Plattform arbeitet dann als eigentlicher
RSIO-Client und stellt die Volumes für die Windows-VM zur Verfügung.
OSL betrachtet derzeit KVM als die zukunftsträchtigste Virtualisierungstechnologie.
Eine native Unterstützung von Windows mit RSIO wird derzeit nicht angeboten.
Das Einsatzspektrum der Storage-Server in den Vorzugskonfigurationen kann jedoch durch iSCSI
auch für diese Plattform erweitert werden.
Gibt es eine grafische Oberfläche für RSIO und OSL Storage Cluster?
Derzeit nein. Für Unix-Puristen schließen sich ein offenes, kompatibles Design und grafische Oberflächen wegen nachteiliger Wechselwirkungen aus. Soweit wollen wir nicht gehen. Wegen unserer Zielgruppe RZ-Anwender stand aber bei uns bisher ein intuitives, übersichtliches CLI klar im Vordergrund, das - ebenfalls mit Blick auf RZ-Anwender - sehr frühzeitig um ein Curses-basiertes Menüsystem ergänzt worden ist. Damit soll ein weniger routinierter Systemverwalter unterstützt werden (bei niedrigen Bandbreitenanforderungen). Die Bedarfsanalysen und konzeptionellen Vorüberlegungen für ein zukünftiges grafisches Bediensystem, das vermutlich in einem Web-Browser lauffähig sein wird, haben begonnen.
Was bietet OSL für die Migration zwischen den Plattformen Linux und Solaris?
Das Knowhow von OSL und ihren Partnern ergänzt sich für beide Plattformen in idealer Weise. Damit können Migrationen optimal unterstützt werden. OSL Storage Cluster 4.0 erlaubt in Verbindung mit RSIO auch mixed Cluster von Solaris- und Linux-Systemen, so daß das beste aus beiden Welten und obendrein mit einer einheitlichen Storage-Administration!!! kombiniert werden kann.
Reicht die Bandbreite über Ethernet wirklich aus?
RSIO erlaubt sehr hohe Durchsätze und skaliert mit der Anzahl der Netzports.
Bereits ein Gigabit-Netzwerk reicht damit für die allermeisten Anwendungen
einschl. OLTP-Systeme (Datenbanken, SAP) aus. Beachten Sie, daß durch die
Verwendung von XDM Backup-Konzepte möglich sind, bei denen die Daten nicht mehr
über das LAN laufen! Dies trägt zusätzlich zu einer deutlichen Entspannung im
I/O des Servers, der RSIO nutzt, bei.
Nur bei höchsten Performanceanforderungen, die kürzeste Latenzzeiten erfordern,
ist weiterhin Fibrechannel oder noch besser Infiniband der Vorzug zu geben.
Beachten Sie auch, daß Sie mit einem 10GBit-Ethernet nochmals eine deutliche
Verkürzung der Latenzzeiten erzielen können (abhängig vom Medientyp).
Kann ich beliebige Netzwerkschnittstellen für RSIO nutzen oder brauche ich dedizierte Netzwerkkarten? Ist RSIO routingfähig?
RSIO kann über beliebige (konfigurierbare) Netzwerkschnittstellen benutzt werden und teilt sich ggf. die Bandbreite mit weiteren Datenströmen. Analog zum SAN ist das Aufsetzen eines dedizierten Netzwerkes jedoch gute Praxis, kann Sicherheitsprobleme u. a. minimieren und bleibt eben dennoch preiswert. RSIO ist aktuell für TCP(IP) implementiert und damit routingfähig.
Kann ich RSIO auch für Shared Device Access nutzen?
Prinzipiell ist das möglich. Besonderheiten sind in der Verbindung mit XDM (hostbasierte Spiegelung) zu beachten. An diesem Thema wird noch gearbeitet. Da aber die Zugriffe der RSIO-Clients auf einem einzelnen Host gebündelt werden können, erscheint hier selbst die Kombination von Shared Device Access und Spiegelung als umsetzbar. Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie über konkrete Projekte in diesem Umfeld nachdenken.
Wie sehen die weiteren Terminplanungen aus?
- RSIO-Pilotierungen laufen bereits
- OSL-Technologietage, Vorstellung der Aktualisierungen: 14./15. 9. 2011
- Allg. Freigabe OSL Storage Cluster 4.0 und RSIO: 10/2011
- Anwenderaktiv / Freigabeseminar: 29./30. 9. 2011
- Konfiguration und Administration
- Detailbetrachtungen zu Netzwerkinfrastrukturen
- Best Practices
- Hands-On-Labs